… Stress …
Was ist Stress?
Die körperliche Stressreaktion ist zunächst eine
sinnvolle, normale
Reaktion des Organismus auf jegliche Art von Anforderungen und Belastungen („Kampf oder Flucht?“).
Sie dient der Aktivierung des Organismus und stellt Energien bereit, um diesen Anforderungen begegnen zu können.
Die Stressforschung bezeichnet die schädlichen, den Menschen überlastenden Anforderungen als Distress, während die positiven, für das Leben notwendigen Reize und Anregungen Eustress heißen.
Im Folgenden ist jeweils die Rede von Distress, dem Stress, der unter bestimmten Bedingungen zu gesundheitlichen Schäden führen kann.
Stress wird verursacht durch jede Situation, die ein Mensch als überfordernd oder bedrohlich wahrnimmt.
Die bei Stress ausgeschütteten Stresshormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol sorgen dafür, dass Herzschlag und Atmung schneller werden, der Blutdruck steigt und so der ganze Körper, insbesondere aber auch das Gehirn aktiviert und besser durchblutet werden. Sie mobilisieren Zucker- und Fettreserven, die der Muskulatur Energie liefern. Die Muskeln spannen sich an und die Reflexe verbessern sich. Die Blutgerinnungsfähigkeit erhöht sich, kurzfristig auch die Schmerztoleranz und Immunabwehr. Gleichzeitig werden die in Gefahrenmomenten unwichtigen Körperfunktionen und –signale wie z.B. Verdauungstätigkeit, Hunger oder das Bedürfnis nach Sex unterdrückt.
Durch körperliche Aktion („Kampf oder Flucht“) werden die bereitgestellten Reserven verbraucht, die Körperfunktionen finden langsam wieder zu ihrem normalen Funktionsniveau zurück.
In den vielfältigen Stresssituationen unseres Alltags fehlt jedoch genau dieser Schritt: da bei nörgelnden Kunden, Türen knallenden Chefs oder mobbenden Kollegen in der Regel weder ein Boxkampf noch ein Sprint um den Schreibtisch statt finden, werden die Stress-„Produkte“ im Körper häufig ungenügend abgebaut.
Die Folgen chronischen Stresses zeigen sich dann nicht selten in körperlichen Symptomen, aber auch auf der geistigen, emotionalen oder der Verhaltensebene:
- Herzklopfen, Herzstiche
- Ein- und Durchschlafstörungen
- Verdauungsbeschwerden
- Kopfschmerzen / Rückenschmerzen
- Muskelverspannungen
- Gereiztheit / Ärgergefühle
- Angstgefühle / Versagensängste / depressive Verstimmungen
- Nervosität / innere Unruhe
- Gedankenkreisen
- Konzentrationsstörungen
- Innere Leere / „ausgebrannt sein“
- Aggressivität gegenüber anderen
- unregelmäßig essen
- Private Kontakte “schleifen lassen
- vermehrt rauchen
-
Burnout-Syndrom
- ……
Mögliche Krankheitsfolgen bei chronischem Stress
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| Herz-Kreislauf |
Langfristig
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Essenzielle Hypertonie
Koronare Herzerkrankung
Herz-Hirninfarkt
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| Muskulatur |
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Kopf-, Rückenschmerzen
“Weichteilrheumatismus“
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| Verdauung |
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Störungen der Verdauung
Magen-Darm-Geschwüre
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| Stoffwechsel |
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Erhöhter Blutzuckerspiegel / Diabetes
Erhöhter Cholesterinspiegel
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| Immunsystem |
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Verminderte Immunkompetenz gegenüber Einflüssen von außen (Infektionen, Aids) und innen (Krebs)
Übersteigerte Immunreaktionen gegenüber Einflüssen von außen (Allergien) und innen (Autoimmunkrankheiten
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| Schmerz |
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Verringerte Schmerztoleranz
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| Sexualität |
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Libidoverlust, Zyklusstörungen, Impotenz, Störungen der Samenreifung, Infertilität
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Quelle: G. Kaluza, Stressbewältigung, Springer Verlag, Heidelberg-Berlin 2004
Bei anhaltenden körperlichen Beschwerden sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen und die möglichen Ursachen abklären lassen.
Stressbewältigung
Unter Stressbewältigung versteht man alles, was man tun kann, um mit Stress und den Folgen von Stress besser umgehen zu können. Je mehr Strategien Sie kennen und auch anwenden, um mit Stress fertig zu werden, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Stress Ihrer Gesundheit keinen Schaden zufügt.
Sie haben verschiedene Möglichkeiten, in Ihr eigenes Stressgeschehen einzugreifen:
- Sie verringern die äußeren Belastungsfaktoren, z.B. indem Sie verhindern, dass Situationen, die Ihnen Stress machen, überhaupt auftreten oder indem Sie sie gezielt verändern.
- Sie überprüfen sich selbst, inwieweit Sie im Zusammenhang mit auftretenden Belastungen zu Einstellungen, Bewertungen und Gedanken neigen, die den von außen kommenden Stress noch verschärfen. Oder eine Situation überhaupt erst zu einer Stresssituation werden lassen. Das könnten z.B. Haltungen sein wie Perfektionismus („Ich darf ja keinen Fehler machen“) oder auch eine stark ausgeprägte Einzelkämpfermentalität („Am liebsten nehme ich alles selbst in die Hand“).
- Sie schalten um auf Gedanken, die Sie beruhigen, aufbauen und Ihr Selbstvertrauen fördern. Sie eignen sich neue, positive Denkmuster an.
- Sie lindern Ihre körperlichen und seelischen Stressreaktionen, indem Sie für genügend Ausgleich und Erholung sorgen, z.B. sich bewegen, Sport treiben. Indem sie sich entspannen, sich etwas Schönes gönnen, das sie wirklich genießen. Indem sie etwas tun, was Ihnen wirklich Freude macht.
Da Einstellungen und Bewertungen eine maßgebliche Rolle im Stressgeschehen spielen, reagieren Menschen auf ähnliche Situationen sehr unterschiedlich. Stress ist also etwas sehr Individuelles. Und entsprechend individuell sind auch die Strategien der Stressbewältigung.
In Trainingsprogrammen zur Stressbewältigung lernen Sie,
- wie Sie systematisch Ihre eigenen Lösungen finden,
- wie Sie Ihren Kopf auf neue, andere, Stress reduzierende Gedanken bringen,
- wie Sie sich am besten entspannen und einen wirksamen Ausgleich für Ihre Belastungen finden.
Psychologische Trainingsprogramme zur Stressbewältigung, die auf verhaltens- und lerntheoretischen Konzepten beruhen, gehen davon aus, dass Verhalten – auch gesundheitsschädigendes Verhalten – erlernt ist und somit auch wieder „verlernt“ werden kann. Und dass neue Verhaltens-, Denk- und auch emotionale Muster erlernt werden können. Schrittweise, durch Wiederholung und Übung sowie durch positive neue Erfahrungen.
Sie können etwas gegen Ihren Stress tun.