… Burnout…
Das Burnout-Syndrom
1. Beschreibung / Symptomatik
Chronischer Stress hat nicht nur schädliche Folgen für die körperliche Gesundheit, sondern auch für das psychische Wohlbefinden und die psychische Gesundheit.
Mit dem Begriff „Burnout-Syndrom“ wird ein psychovegetatives Erschöpfungssyndrom bezeichnet, das sich infolge einer chronischen Beanspruchungsreaktion entwickelt.
Ursprünglich wurde diese Beanspruchungssituation nur im Zusammenhang mit beruflich bedingten Anforderungen gesehen. Die ersten Beschreibungen stammen vorwiegend aus Arbeitsfeldern der helfenden Berufe wie Sozialarbeiter, Krankenschwestern, Ärzte, Lehrer. Burnout wurde eher eng gefasst und als Erschöpfung aufgrund emotionaler Belastung durch Helfen ohne adäquate Belohnung verstanden.
Inzwischen hat man festgestellt, dass Burnout-Symptome auch bei Angehörigen vieler anderer Berufe auftreten, z.B. Lehrern, Erzieherinnen, Polizisten, Manager, Stewardessen, Journalisten, Architekten, EDV-Spezialisten (gerade auch in Start-up-Unternehmen). Daher erscheint ein weiter gefasstes Begriffsverständnis gerechtfertigt. Insbesondere werden Burnout-Prozesse auch nicht nur durch berufliche Belastungen in Gang gesetzt, sondern z.B. auch durch lang anhaltende Belastungen im familiären Bereich, z.B. bei der Pflege von Angehörigen.
Beim Burnout-Syndrom handelt es sich um kein fest umschriebenes Krankheitsbild, es gibt auch keine eigenständige psychiatrische Diagnose. Es gibt vielmehr vielfältige Überlappungen insbesondere zu depressiven und psychosomatischen Störungen. Häufig gehen die Betroffenen wegen ihrer körperlichen Störungen zum Arzt, der dann meist auch nur diese diagnostiziert und behandelt. Das zugrunde liegende Burnout-Syndrom bleibt meistens unerkannt.
„Nur wer brennt, kann ausbrennen.“
Hohe Motivation und große Verausgabungsbereitschaft stehen häufig am Anfang einer Burnout-Entwicklung. Bildlich betrachtet haben Menschen mit Burnout-Syndrom über lange Zeit viel Energie abgegeben, womit sie jedoch vor allem in späteren Phasen nicht viel Wirkung erzielt und nur wenig Energie wieder aufgetankt haben. Irgendwann ist der Akku leer und kann nicht mehr aufgeladen werden, trotzdem sollen weiterhin Höchstleistungen erbracht werden. Und hierin liegt auch der entscheidende Unterschied zur normalen, physiologischen Müdigkeit nach einer größeren Anstrengung:
bei Burnout hat der Organismus seine natürliche Fähigkeit zur Regeneration verloren.
Symptome des Burnout-Syndroms
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| Körperliche Erschöpfung |
Energiemangel, chronische Müdigkeit, Schwächegefühle |
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Psychosomatische Symptome (Kopf-, Rückenschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Herz-Kreislauf-Störungen, Schlafstörungen) |
| Emotionale Erschöpfung |
Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit, Ausweglosigkeit, Gefühl von innerer Leere, von Abgestorbensein |
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Diese können abrupt wechseln mit Reizbarkeit, Ärger, Schuldzuweisung |
| Geistig-mentale Erschöpfung |
Abbau der kognitiven Leistungsfähigkeit und Kreativität; negative Einstellung zur eigenen Person, zur Arbeit, zum Leben allgemein; Zynismus; Gefühle der Sinnlosigkeit und existenziellen Verzweiflung |
| Soziale Erschöpfung |
Gefühl, von anderen ausgesaugt zu werden („Vampire“), andere Menschen „nerven“, können nicht mehr als nährend oder bereichernd, sondern nur noch als weitere Belastung erlebt werden; Verlust der Empathie (Verständnislosigkeit für anderen, nicht zuhören können); Verlust des Interesses an anderen, sozialer Rückzug (nicht nur beruflich, auch privat) |
aus: G. Kaluza „Stressbewältigung“, 2004 Springer
2. Ursachen des Burnout-Syndroms
In der Regel werden chronische Belastungen für das Auftreten des Burnout-Syndroms verantwortlich gemacht. Die tatsächlich vorliegenden Belastungsfaktoren können für die einzelnen Betroffenen aber sehr unterschiedlich aussehen.
Es kann sich um
äußere Stressfaktoren
handeln wie z.B. eine äußerst unbefriedigende Arbeitssituation: enormer Zeitdruck, unklare Zielvorgaben, mangelnde Kommunikation, häufige Störungen, Lärm und Unruhe etc. Weitere psychosoziale Belastungsfaktoren im Zusammenhang mit der Arbeit können auch Konflikte mit Vorgesetzten und/oder Kollegen oder Mobbing sein.
Daneben sind aber häufig auch
innerpsychische, individuelle Belastungsfaktoren
von Bedeutung, die das Stresserleben verstärken oder sogar auslösen. Hohe, unrealistische Erwartungen an sich und andere, Perfektionismus, mangelnde Distanzierungsfähigkeit z.B. können als grundlegende Lebenseinstellungen und Haltungen das Auftreten von Burnout begünstigen. Das bedeutet, dass Belastungen allein noch nicht zum Burnout führen. Vielmehr gibt das Missverhältnis von Anforderungsdruck und Bewältigungsstrategie den Ausschlag für eine Burnout-Entwicklung.
3. Was kann man gegen Burnout tun?
Als wirksame Burnout-Prävention haben sich verschiedene Umstände und Verhaltensweisen erwiesen, z.B.:
- Gleichgewicht zwischen Beruf, Familie und Freizeit
- Soziale Unterstützung (im beruflichen Umfeld durch Kollegen und Vorgesetzte)
- Eine berufliche Tätigkeit mit genügend Entfaltungsmöglichkeiten und Handlungsspielraum
- Klare Kommunikation von eigenen Bedürfnissen (Grenzen setzen, Nein-Sagen)
- Realistische Erwartungen und Ansprüche an sich selbst und Andere
Das Erlernen einer
Entspannungsmethode oder die Teilnahme an einem
Stressbewältigungstraining können helfen, die Kompetenzen zur Stressbewältigung und die Palette der Stressbewältigungsstrategien zu erweitern und zu stärken. Unterstützende,
beratende Gespräche mit einem Psychologen, Psychotherapeuten oder Arzt können Betroffene auf ihrem Weg aus der chronischen Belastungssituation begleiten. In schwereren Fällen kann eine umfassende ambulante oder stationäre Psychotherapie angezeigt sein, insbesondere auch um psychische oder psychosomatische Folgeerkrankungen wie Suchterkrankungen oder Depressionen zu verhindern.